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Rote Lippen: Gekommen um zu bleiben

2018.08.27 - 

Er ist oftmals der einzige Schmuck was eine Frau braucht, egal wie und ob sie gekleidet ist und wie und ob sie geschminkt ist: der perfekte rote Schmollmund. Unaufgeregt signalisiert er Schönheit und Sinnlichkeit.

Das wussten auch schon die alten Ägypter. Sowohl Kleopatra, als auch Nofretete, die Femme fatales ihrer Zeit betonten ihre Lippen. Die Lippenfarbe aus Ocker, gepresstem Schilfrohr und oftmals auch aus Cochenille-Pigmenten wurde in kleinen Döschen aufbewahrt und mit Stäbchen oder Pinsel aufgetragen.

Im alten Japan hingegen kam die Textur der Lippenfarbe den Produkten unserer Zeit schon näher. Sie waren aus Honig, Wachs und Pigmenten gerührt.

Die Griechen und die Römer der Antike hielten von Schminke allerdings nichts, denn sie war das Kennzeichen von Prostituierten und Künstlern.

Im Barock war es Königin Elizabeth I., die dem vollen Lippenrot zu Popularität verhalf. Sie wurde berühmt für den Kontrast ihrer purpurroten Lippen zum blass gepuderten Teint. Besonders überzeugte Makeup-Verwender glaubten da sogar, dass Schminke den Tod fernhalten könnte. Gerade die gehobene Gesellschaft Frankreichs unterschied sich mit einer dicken Schicht Makeup von der Arbeiterklasse.

1883 entstand die Idee Pomade mit Bienenwachs, Hirschtalg, Rizinusöl und Farbstoffen anzureichern, zu einem Stift zu formen und in Seidenpapier zu wickeln. Das Produkt kam unter der etwas technischen Bezeichnung „Rhodopis-Serviteur“ heraus. Man nannte es alsbald auch “Stylo d’amour” oder etwas respektlos “saucisse” (Würstchen).

Seine zu Beginn des 20 Jahrhunderts boomende und nach wie vor anhaltende Aktualität, verdankt der Lippenstift allerdings dem Siegeszug des Kinos. Man wollte den Diven auf der Leinwand sogar schon zu Schwarz-Weiß-Zeiten nacheifern. So war Stummfilm-Diva Clara Bow bekannt dafür stets zu sehr dunklen Lippenfarbtönen zu greifen, da mittleres und helles Rot in der schwarz-weiß-Filmwiedergabe kaum erkennbar war. In den vierziger und fünfziger Jahren machten Stars wie Marylin Monroe, Elizabeth Taylor und Rita Hayworth tiefrote Lippen zum absoluten Muss. Keine Frau hätte damals das Haus ohne geschminkte Lippen verlassen.

Nachdem in den sechziger und siebziger Jahren Smokey Eyes und Nude-Lips den perfekten Look ausmachten, brachten Stars wie Cindy Crawford, Madonna und Tina Turner den roten Schmollmund wieder auf die Titelseiten der Magazine. Folgend wurde die Vielfalt an kräftigem Lippenrot größer, die Grunge-Bewegung der neunziger Jahre etablierte violette und bräunliche Töne.

Heute setzt Frau mit Lippenfarbe eine Signatur: pastellige Farben stehen für Natürlichkeit. Dunkle Nuancen unterstreichen eine mysteriöse und verwegene Erscheinung. Ein klassisches Rot verleiht nach wie vor jeder Frau jene Schönheit und Sinnlichkeit, die einen unwiderstehlichen glamourösen Look ausmacht.      

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